
EINFACHE SPRACHE & AUDIOTEXT
Wie gutes Essen in Kitas und Schulen gelingt
Gutes und nachhaltiges Essen in Kitas und Schulen ist sehr wichtig. Es hilft, Kinder gesund zu ernähren – und schützt gleichzeitig Umwelt, Tiere und Klima. Etwa sechs Millionen Kinder essen jeden Tag in Kitas und Schulen zu Mittag. Das, was sie dort essen, beeinflusst, wie sie später mit Lebensmitteln umgehen.
Warum nachhaltige Verpflegung wichtig ist
Wenn Kitas und Schulen gesund und nachhaltig kochen, kann das viel bewirken.
Zum einen lernen Kinder, bewusster zu essen. Zum anderen kaufen diese Einrichtungen dann anders ein – das hilft auch der Landwirtschaft, umweltfreundlicher zu werden.
Viele Projekte zeigen schon, dass nachhaltige Verpflegung gut funktionieren kann. Trotzdem gibt es in Deutschland noch viel zu tun. Besonders öffentliche Einrichtungen, die mit Steuergeld arbeiten, sollten ein gutes Vorbild sein. Dafür braucht es klare Regeln und Standards auf Gemeinde-, Landes- und Bundesebene.
Weniger Fleisch – warum das wichtig ist
In Deutschland wird zu viel Fleisch gegessen. Das schadet der Gesundheit, der Umwelt und dem Klima. Fachleute empfehlen: In Kitas und Schulen sollte es höchstens einmal pro Woche Fleisch geben. Doch in der Praxis gibt es oft noch viel zu oft Fleisch- oder Fischgerichte.
Viele Verantwortliche sind unsicher, ob Kinder und Eltern weniger Fleisch akzeptieren würden. Einige fürchten, dass Kinder das Essen dann nicht mögen. Aber Studien zeigen, dass die Akzeptanz oft höher ist, als viele denken.
Sorgen vor Unzufriedenheit
Einige Kita- und Schulträger sowie Caterer haben Angst, dass Eltern oder Kinder sich beschweren, wenn es weniger Fleisch gibt. Solche Sorgen beruhen häufig auf Einzelmeinungen oder auf Medienberichten. In den Medien wird manchmal behauptet, dass Fleischreduktion eine Bevormundung sei – oder sogar wie ein Fleischverbot. Das stimmt aber nicht.
Auch Politikerinnen und Politiker fürchten manchmal Kritik. Doch sie sollten bedenken: Eine gesunde und nachhaltige Ernährung ist Teil des Bildungsauftrags und kein Eingriff in die Freiheit der Eltern.
Nachhaltiges Essen ist Teil von Bildung
Kitas und Schulen haben eine Vorbildfunktion. Sie tragen Verantwortung dafür, dass Kinder gesund essen und dass ihr Essen das Klima nicht belastet.
Es ist keine Bevormundung, wenn im Kita- oder Schulalltag weniger Fleisch oder Fisch angeboten wird. Es ist Bildungsarbeit – ein Beitrag zu nachhaltigem Denken und Handeln.
Niemand wird gezwungen, privat weniger Fleisch zu essen. Aber in öffentlichen Einrichtungen sollte es gesunde, klimafreundliche Mahlzeiten geben.
Gute Information schafft Akzeptanz
Akzeptanz entsteht, wenn alle gut informiert sind – Kinder, Eltern, Lehrkräfte und Küchenpersonal. Das Projekt „Essen mit Zukunft“ hat gezeigt: Wenn Menschen verstehen, warum das Essen umgestellt wird, unterstützen sie die Veränderungen eher.
In diesem Projekt stellten mehrere Kitas und Schulen ihr Angebot auf weniger Fleisch und mehr Bio um. Das Ergebnis: Zwei Drittel der befragten Eltern fanden die Umstellung gut – vor allem, wenn sie vorher über die Gründe informiert wurden.
Fisch: Auch hier ist Umdenken nötig
Nicht nur beim Fleisch, auch beim Fisch gibt es Probleme. Viele Fischbestände sind überfischt, und die Meere leiden unter der Fischerei.
Auch die bekannten Siegel wie MSC oder ASC sichern keine wirklich nachhaltige Fischproduktion.
Darum sollte Fisch in Kitas und Schulen nur angeboten werden, wenn er nachhaltig gefangen oder als Bio-Fisch aus verantwortungsvollen Zuchten stammt. Außerdem muss Fisch nicht jede Woche auf dem Speiseplan stehen – eine gesunde Ernährung ist auch ohne wöchentlichen Fisch möglich.
Mehr Bio-Lebensmittel
Bio-Produkte sind besser für Mensch, Tier und Umwelt. Viele Städte haben schon begonnen, mehr Bio in Kitas und Schulen zu verwenden.
Aber oft gibt es noch zu wenig verbindliche Vorgaben.
Ein häufiger Einwand ist: Bio sei zu teuer. Das stimmt so nicht. Zwar sind manche Bio-Produkte teurer, aber die reinen Lebensmittelkosten machen nur etwa ein Drittel des gesamten Essenspreises aus. Außerdem: Wenn weniger Fleisch und Fisch verwendet wird, kann der Anteil an Bio-Produkten steigen – ohne dass es teurer wird.
Bio kann bezahlbar sein
Manche Bio-Caterer zeigen, dass ein Mittagessen mit 60 bis 100 Prozent Bio zwischen 3,50 und 5,60 Euro pro Portion kostet. Das ist oft kaum teurer als herkömmliche Mahlzeiten.
Ein anderer Irrtum ist, dass es nicht genug Bio-Produkte gäbe. Bio-Großhändler sagen, dass sie die Nachfrage gut anpassen können – wenn sie rechtzeitig wissen, wie viel gebraucht wird. Deshalb müssen Kitas, Schulen und Städte langfristig planen und feste Bio-Ziele setzen.
Fazit
Kitas, Schulen und Städte haben eine große Verantwortung. Sie können mit gutem Beispiel vorangehen und zeigen, dass gesunde, nachhaltige Ernährung möglich ist – ohne dass es teurer oder komplizierter wird.
Weniger Fleisch und Fisch, mehr Bio und gute Information für alle Beteiligten – das ist der Weg zu einer zukunftsfähigen Kita- und Schulverpflegung.
Wer ist die Autorin?
Julia Sievers