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Aktuelles

Statement

Landwirtschaft und Ernährung jetzt krisensicher machen! „Wir haben es satt!“-Bündnis zu Lehren aus dem Iran-Krieg

Berlin, 21. April 2026

Abhängigkeit von fossiler Energie kommt Bäuer*innen und Verbraucher*innen teuer zu stehen – in Deutschland und weltweit. Bundesregierung muss rückwärtsgewandte Politik stoppen. Lösungen liegen schon lange auf dem Tisch.

In tiefer Sorge blicken wir auf den Krieg im Nahen Osten. Es gab bereits unzählige Angriffe auf die Zivilbevölkerung: Tausende Menschen wurden getötet, zudem Straßen, Krankenhäuser und Märkte bombardiert. Die Folgen der völkerrechtswidrigen Militärschläge sehen wir auch global: Es droht eine neue Ernährungskrise aufgrund explodierender Öl- und Gaspreise. Treibstoff wird so teuer, dass Ernten nicht mehr zum Markt gebracht werden. Unterbrochene Lieferketten sorgen für leere Regale in Ländern, die von Importen abhängig sind, und erschweren den Transport von Hilfsgütern in Krisenregionen. Und auch die Nahrungsmittelproduktion wird für viele unbezahlbar: Erdgas macht als Rohstoff und Energiequelle bis zu 80 Prozent der Kosten für Stickstoffdünger aus – dem am meisten verwendeten Dünger weltweit. Die Folgen sind Ernährungsunsicherheit und Hunger.

Wir erleben eine Krise mit Ansage. Das industrielle Agrar- und Ernährungssystem ist in hohem Maße abhängig von fossiler Energie und globalen Lieferketten. Extreme Preisschwankungen auf dem Weltmarkt führen zu höheren Preisen an der Ladentheke – somit schadet dieses System uns allen, insbesondere Menschen in Armut. Nur wenige profitieren, etwa große Importeure oder Düngemittelkonzerne.

Die wirtschaftliche Existenz von den Landwirt*innen und Höfen, die unter den aktuellen Verwerfungen leiden, sichern wir langfristig nicht durch wieder billig gemachten Dünger und Diesel. Vielmehr muss die Abhängigkeit vom auch in Deutschland weit verbreiteten Stickstoffdünger deutlich reduziert werden. Wir brauchen die Transformation zu agrarökologischen Systemen mit lokalen Stoffkreisläufen. Ein Beispiel dafür ist der Ökolandbau, der ohne chemisch-synthetischen Dünger auskommt. Wer Ernährungssicherheit will, braucht ökologischere Landwirtschaft und starke regionale Strukturen – keine hohen Gewinne der fossilen Industrie.

Dazu gehören auch wirksame Maßnahmen gegen strukturelle Nährstoffüberschüsse: Die industrialisierte Tierhaltung produziert in viehdichten Regionen weit mehr Wirtschaftsdünger, als die verfügbare Fläche aufnehmen kann. Das belastet Grundwasser, Böden und Klima. Hinzu kommt: Rund 60 bis 70 Prozent der deutschen Ackerfläche werden für den Anbau von Futtermitteln genutzt. Damit ist übermäßiger Fleischkonsum ein Treiber ineffizienter Flächennutzung und unnötigen Düngemitteleinsatzes. Wer die Abhängigkeit von fossilen Mineraldüngern verringern will, muss auch die Nachfrageseite adressieren: Eine Ernährungswende hin zu mehr pflanzlichen Lebensmitteln und die konsequente Vermeidung von Lebensmittelverschwendung sind integrale Bestandteile einer krisensicheren Agrarpolitik.

Die Bundesregierung setzt dagegen auf Exportförderung, Freihandelsabkommen und wachsende Abhängigkeit vom Weltmarkt. Sie bereitet den Weg für umweltschädliche Überdüngung und mehr Pestizide. Zudem kürzt sie das Geld für Entwicklungszusammenarbeit. Dieser Irrweg rächt sich jetzt – und wird zu weiteren Ernährungskrisen führen, wenn die Politik nicht die Lehren aus der Vergangenheit zieht: Krisensichere, resiliente Ernährungssysteme basieren auf regionalen Wertschöpfungsketten und sind vom Weltmarkt möglichst unabhängig.

Wir fordern von der Bundesregierung:

  • Ernährungssicherheit und Recht auf Nahrung verwirklichen durch Förderung von agrarökologischen Ansätzen, regionalen Wertschöpfungsketten und lokalen Stoffkreisläufen – Schluss mit der exportfixierten Agrarpolitik!
  • Betriebe und Höfe stärken durch mehr Geld für Umwelt-, Klima- und Tierschutz – insbesondere im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU (GAP)
  • Ernährungsarmut bekämpfen durch höhere Regelsätze, die eine vollwertige, ökologische Ernährung ermöglichen, und Maßnahmen gegen steigende Lebensmittelpreise
  • Internationale Verantwortung wahrnehmen durch mehr Geld für humanitäre Hilfe, eine Stärkung des UN-Ausschusses für Welternährung (CFS) und eine menschenrechtsbasierte Entwicklungszusammenarbeit – klare Haltung bei Völkerrechtsbrüchen!
    Seit mehr als 15 Jahren geht das „Wir haben es satt!“-Bündnis für eine sozial gerechte Agrar- und Ernährungswende auf die Straße. Es mangelt nicht an Konzepten und Expertise für die agrarökologische Transformation – weder bei den Landwirt*innen noch bei der Zivilgesellschaft. Die Bundesregierung ist jetzt in der Pflicht, ihre rückwärtsgewandte Politik zu stoppen und den längst überfälligen Umstieg zu einer krisensicheren, zukunftsfähigen Landwirtschaft zu beginnen!

 

Das „Wir haben es satt!“-Bündnis besteht aus rund 60 Organisationen aus den Bereichen Landwirtschaft und Ernährung, Klima-, Tier- und Umweltschutz, Wohlfahrt, Menschenrechte und Entwicklungszusammenarbeit. Seit 2011 demonstriert es gemeinsam für eine sozial gerechte Agrar- und Ernährungswende.

Positionspapier Fisch

Zum End of Fish Day am 19.03.2026

Zehn Organisationen fordern grundlegenden Wandel beim Fischkonsum: Gemeinschaftsverpflegung, Handel und Deutsche Gesellschaft für Ernährung in der Pflicht.

Hamburg, 16.03.2026

Eine zukunftsfähige Ernährungspolitik muss den Schutz der globalen Fischpopulationen und die Ernährungssicherheit im Globalen Süden stärker in den Fokus rücken. Diese Forderung erheben zehn Organisationen anlässlich des deutschen „End of Fish Day“ am 19. März. In ihrem gemeinsamen Positionspapier fordern Essen mit Zukunft e.V., BUND, DEEPWAVE, Deutsche Umwelthilfe e.V., Environmental Justice Foundation, Ernährungsrat Hamburg, fair-fish, Physicians Association for Nutrition und WWF Deutschland zum einen wirksamere Maßnahmen gegen Überfischung und für nachhaltige Fischerei. Gleichzeitig müsse der Fischkonsum in Deutschland und anderen Industrieländern grundlegend verändert und reduziert werden. Besonderen Handlungsbedarf sehen die Organisationen darin, die Ernährungsempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) für den Fischverzehr in Deutschland anzupassen, um einen Beitrag gegen die globale Überfischung zu leisten.

Am 19. März 2026 ist End of Fish-Day in Deutschland
Der End of Fish Day in Deutschland markiert den Tag, an dem rechnerisch die heimisch gefangenen oder gezüchteten Fische verbraucht sind. 80-90 % des eigenen Fischkonsums kann Deutschland nur über Importe decken. Der End of Fish Day macht damit deutlich, wie stark Deutschland von globalen Lieferketten abhängt und wirft wichtige Fragen bezüglich Nachhaltigkeit und globaler Verantwortung auf. „Damit Fisch langfristig als Ernährungsgrundlage erhalten bleibt und die Versorgung im Globalen Süden nicht gefährdet wird, reichen die bisherigen Ansätze nicht aus“ – darin sind sich die zehn Organisationen einig. „Mängel bei Siegeln, intransparente Lieferketten und die begrenzte Verfügbarkeit nachhaltiger Fischprodukte machen eine Fischkonsumwende dringend nötig“, erläutert Mireille Remesch von Essen mit Zukunft.

Ernährungsempfehlungen zum Fischkonsum müssen überarbeitet werden
Die Organisationen bewerten die aktuellen Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) zum Fischkonsum kritisch. Diese empfiehlt ein bis zwei Portionen Fisch pro Woche à 120 Gramm – deutlich mehr, als derzeit tatsächlich konsumiert wird. Würden alle Menschen in Deutschland zweimal pro Woche Fisch essen, würde der Pro-Kopf-Verbrauch massiv steigen. Das wäre mit dem Ziel, Überfischung zu beenden, nicht vereinbar. Aus Sicht der Organisationen berücksichtigen die bestehenden DGE-Fischkonsumempfehlungen wissenschaftliche Erkenntnisse zur globalen Überfischung bislang unzureichend. 
Sie schlagen eine Anpassung der Ernährungsempfehlungen hin zu einem reduzierten Konsum von null bis maximal einmal pro Woche vor. Zudem fordern sie, dass die DGE die Fischkonsumempfehlungen an die Voraussetzung knüpft, dass der Fisch aus nachweislich nachhaltiger Fischerei oder ökologischer Aquakultur bezogen wird. Gleichzeitig betont das Positionspapier, dass eine gesunde Ernährung in Deutschland auch ohne wöchentlichen Fischkonsum möglich ist.

Gemeinschaftsverpflegung als zentraler Hebel
Besonders großen Handlungsbedarf sehen die Organisationen in der Gemeinschaftsverpflegung. Täglich nehmen in Deutschland schätzungsweise 16 Millionen Menschen ihr Mittagessen in Kantinen, Kitas, Schulen, Krankenhäusern und Betriebsküchen ein. In vielen Einrichtungen wird traditionell mindestens einmal pro Woche Fisch angeboten, während Nachhaltigkeitskriterien beim Einkauf bislang nur eine untergeordnete Rolle spielen.
„Die Gemeinschaftsverpflegung hat einen enormen Hebel für nachhaltigen Fischkonsum“, so Julia Sievers von Essen mit Zukunft e.V. „Wenn Caterer und Einrichtungen mit Gemeinschaftsverpflegung ihre Speisepläne anpassen, nachhaltige Beschaffungskriterien einführen und Fisch seltener anbieten, kann dies einen spürbaren Beitrag für eine Fischkonsumwende leisten.“ 

Einkaufsratgeber als gute Orientierungshilfe
Das Positionspapier kommt zu dem Schluss, dass gängige Siegel wie der Marine Stewardship Council (MSC) und der Aquaculture Stewardship Council (ASC) allein aktuell keinen verlässlichen Nachweis für nachhaltigen Fischkonsum bieten. 

Als wichtige zusätzliche Orientierungshilfe empfehlen die Organisationen daher den vom WWF herausgegeben Fischratgeber sowie die „Guter Fisch“-Liste“, die von der Verbraucherzentrale Berlin und der Verbraucherzentrale Hamburg gemeinsam mit dem GEOMAR-Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung, der Deutschen Umwelthilfe, dem NABU und dem WWF erstellt und jährlich aktualisiert wird.

Handlungsbedarf sehen die Organisationen jedoch auch angesichts der mangelnden Transparenz globaler Fischlieferketten. Weder Groß- noch Einzelhandel stellen bislang ausreichende Informationen zu Fanggebieten und Fangmethoden bereit. Nachhaltiger Fischkonsum bedeutet aktuell immer Mehraufwand, z. B. indem in Lebensmittelgeschäften und bei Großhändlern nachgefragt werden muss. Diese Hürde sollte durch Großhändler und Fischgeschäfte abgebaut werden. “Groß- und Einzelhändler sowie Einrichtungen mit Gemeinschaftsverpflegung sollten ihr Angebot schrittweise anpassen – Ziel sollte sein, langfristig nur noch Fisch aus glaubwürdig nachhaltigen Quellen anzubieten,“ fordern die Organisationen.

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Online-Dialog

Hering, Lachs, leere Meere. Wie schaffen wir die Fischkonsumwende?

Gemeinsam mit Brot für die Welt und Fair Oceans laden wir zum End of Fish Day ein.

  • Welche Rolle spielt die weltweite Überfischung für die marinen Ökosysteme sowie für die globale Ernährungssicherheit?
  • Was hat Fischmehl als Basis der Futtermittel in Aquakulturen wie zum Beispiel Lachs damit zu tun?
  • Welche Verantwortung trägt Deutschland als Importland?
  • Welche Rolle spielen Politik, Handel und Gemeinschaftsverpflegung?

Beim Online-Dialog diskutieren Expert*innen aus Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft Wege zu einer Fischkonsumwende.

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Zukunftsfähige Gemeinschaftsverpflegung

Unser Beitrag für den Kritischen Agrarbericht 2026

Im Januar erschien die neue Ausgabe des Kritischen Agrarberichts. Wir haben einen Artikel zum Thema „Zukunftsfähige Gemeinschaftsverpflegung – eine politische Aufgabe“ beigesteuert. Darin beleuchten wir am Beispiel der Kita- und Schulverpflegung, welche Hürden und welche Erfolgsfaktoren es gibt für einen erhöhten Einsatz von Bio-Lebensmitteln und ein reduziertes Angebot an tierischen Produkten. Durch das Aufzeigen von Hürden und Erfolgsfaktoren möchten wir weitere Akteure anregen, in ihrem Umfeld Initiativen für eine nachhaltige Gemeinschaftsverpflegung erfolgreich anzustoßen.

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gemeinsames Positionspapier

Agrarökologie stärken – für gerechte und krisenfeste Ernährungssysteme

Mit mehr als 30 zivilgesellschaftlichen Organisationen – darunter FIAN, INKOTA und Misereor – haben wir ein gemeinsames Positionspapier veröffentlicht. Darin fordern wir die Bundesregierung auf, Agrarökologie konsequent zu fördern und als Leitbild für den Umbau der Agrar- und Ernährungssysteme zu verankern.

Agrarökologie zeigt konkrete Wege auf, wie Menschen, die unsere Lebensmittel erzeugen, ihre Handlungsmacht zurückgewinnen können. Sie stärkt lokale und regionale Strukturen, fördert demokratische Mitbestimmung und macht Ernährungssysteme widerstandsfähiger gegenüber Krisen. Gleichzeitig reduziert sie Abhängigkeiten von externen Betriebsmitteln, verteilt Ressourcen gerechter und verbindet wirksamen Klimaschutz mit sozialer Gerechtigkeit.

Dabei ist Agrarökologie weit mehr als eine nachhaltige Anbaumethode. Sie steht für einen ganzheitlichen Transformationsansatz, der ökologische, soziale, ökonomische und politische Dimensionen zusammendenkt. Als solcher ist sie ein zentraler Baustein für Ernährungssouveränität und für die weltweite Umsetzung des Menschenrechts auf angemessene Nahrung.

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PRESSEMELDUNG, 12.01.2026

Aus AGRAR KOORDINATION wird ESSEN MIT ZUKUNFT

Hamburg, 12.01.2026 – Im Jahr 2023 hat die Agrar Koordination ihr 40-jähriges Jubiläum gefeiert und dies auch zum Anlass genommen, ihr eigenes Handeln zu reflektieren. Vor allem wurde hinterfragt, wofür die Organisation steht und wie sie sich präsentiert. Im Zuge eines umfangreichen Weiterentwicklungsprozesses hat die Organisation neben der Schärfung ihres Profils nun auch ihren Namen geändert. Mit Essen mit Zukunft soll eine neue Phase der Arbeit an der Ernährungswende fortgeführt werden:

„Seit der Gründung des Vereins vor über 40 Jahren haben wir uns stetig weiterentwickelt. Jetzt ist es an der Zeit, dass auch unser Name unsere aktuelle und zukünftige Arbeit gut widerspiegelt. Wir haben einen Vereinsnamen gewählt, der klar ausdrückt, welche Vision uns bei unserer Arbeit antreibt“, so Detlef Rump, Vorstandsvorsitzender von Essen mit Zukunft.

„Essen mit Zukunft drückt aus, dass wir uns für eine zukunftsfähige, nachhaltige Ernährung einsetzen und wir Impulse geben für ein Ernährungssystem, das unsere natürlichen Lebensgrundlagen erhält. Essen mit Zukunft bedeutet für uns gleichzeitig, dass auch mehr Gerechtigkeit geschaffen werden muss. Ein Ernährungssystem, das auf Ausbeutung von Menschen und natürlichen Ressourcen beruht, hat für uns keine Zukunft“, erklärt Julia Sievers, Referentin für Ernährungspolitik.

„Was wir essen und wie es produziert wird, entscheidet über die Welt von morgen. Von aktuellen ernährungspolitischen Analysen über den Dialog mit Jugendlichen und Entscheidungsträger*innen bis zur Beratung von Catering-Unternehmen entwickelt Essen mit Zukunft konkrete Lösungen – vom Acker bis zum Teller. Die Verbindung von Bildung, Politik und Praxis zeichnet Essen mit Zukunft aus“, erläutert Dr. Tanja Busse, Beirätin von Essen mit Zukunft.

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gemeinsames Positionspapier

Welternährung 2030

16.10.2025

Anlässlich des Welternährungstages am 16. Oktober veröffentlicht ein breites Bündnis aus 23 Nichtregierungsorganisationen das Positionspapier Welternährung 2030: 11 Schritte für eine Zukunft ohne Hunger. Führende umwelt- und entwicklungspolitische Organisationen fordern, die globalen Strategien zur Hungerbekämpfung neu auszurichten. Sie formulieren elf konkrete Handlungsempfehlungen für die Bundesregierung und die internationale Gemeinschaft. 

Unser Bündnis kritisiert, dass das Ziel der UN-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung – kein Hunger bis 2030 – in weite Ferne gerückt ist. Weltweit leiden derzeit 673 Millionen Menschen chronisch an Hunger – Tendenz steigend. Hunger ist kein Naturphänomen, sondern das Ergebnis politischer Entscheidungen und ungerechter Strukturen. Es sind genug Nahrungsmittel vorhanden, um alle Menschen weltweit satt zu machen, heißt es in dem Papier, das unter anderem gemeinsam mit Brot für die Welt, FIAN Deutschland, Misereor, Weltfriedensdienst und World Vision Deutschland veröffentlicht wurde.

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Analyse- und Positionspapier

Wie kann die Schulverpflegung in Hamburg zukunftftsfähig gestaltet werden?

Analysen und Empfehlungen zum Fleisch- und Fischangebot und zum Einsatz von Bio-Lebensmitteln
23. September: Tag der Schulverpflegung 2025 – Anlass genug, über die Zukunft der Schulverpflegung in Hamburg zu sprechen. In unserem Analyse- und Positionspapier zeigen wir auf, was passieren muss, um die Hamburger Schulverpflegung zukunftsfähig zu gestalten. Der Handlungsbedarf ist groß: Das Fleisch- und Fischangebot ist in vielen Schulen noch nicht nachhaltig und auch der Anteil an Bio-Lebensmitteln könnte deutlich höher sein – ohne dass dafür die Mittagessenspreise erhöht werden müssen. Eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Umgestaltung der Hamburger Schulverpflegung sind ambitioniertere Vorgaben der Schulbehörde und mehr Ernährungsbildung in Schulen. Lest mehr über unsere Empfehlungen in unserer aktuellen Publikation.

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Ergebnisse und Erkenntnisse

Essen mit Zukunft – Wie gelingt eine zukunftsfähige Kita- und Schulverpflegung?

Lehren aus einem Pilotprojekt in Schleswig-Holstein
Im Rahmen unseres Projektes „Essen mit Zukunft“ haben wir fünf Schulen und vier Kitas sowie ihre Caterer dabei unterstützt, auf eine nachhaltige Verpflegung – mit mehr Bio-Lebensmitteln und weniger tierischen Produkten – umzustellen. Parallel dazu haben wir ausgewertet, wie hoch die Akzeptanz für eine pflanzenbasierte Verpflegung ist und wie sie gesteigert werden kann. Auch das Potenzial für eine Erhöhung des Bio-Anteils ohne Kostensteigerungen haben wir untersucht. Die Ergebnisse sind ermutigend und können weiteren Kitas und Schulen Inspirationen bieten. Lest in unserer Publikation mehr darüber, wie eine zukunftsfähige Kita- und Schulverpflegung gelingen kann und welche Strategien erfolgsversprechend sind. 

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gesucht

Praktikantin (m/w/d)

Wir suchen ab sofort eine Praktikantin (m/w/d) für 20 bis 38 Std./Woche für maximal 12 Wochen  

Tätigkeitsbereiche

  • fachbezogene Recherchen
  • Unterstützung bei der Öffentlichkeitsarbeit
  • Wirkungsmessung und Evaluation
  • Redaktionelle Planung und Begleitung von Fachbeiträgen
  • Projektentwicklung und Antragstellung
  • Teilnahme an Konferenzen und Bündnistreffen
  • Büroorganisation, Versand, Pflege von Adressverteilern

Unsere Wünsche an Dich

  • Student*in aus einem tätigkeitsrelevanten Studiengang mit fachlichem Bezug zu den Themen des Vereins
  • Interesse an den Themen nachhaltige Ernährung, Landwirtschaft, Gesundheit und Klimaschutz
  • Eigenverantwortliche und strukturierte Arbeitsweise
  • Hands-on-Mentalität und Spaß an der Arbeit in einem engagierten Team

Wir bieten

  • Eine abwechslungsreiche Tätigkeit mit viel Gestaltungsspielraum
  • Flexible Arbeitszeiten mit Möglichkeit zum mobilen Arbeiten
  • Einblicke in die Arbeit einer Nichtregierungsorganisation
  • Die Kombination des Praktikums mit einer Bachelor- oder Masterarbeit zu fachlich passenden, praxisrelevanten Themenbereichen ist möglich, wir beraten gerne bezüglich der Konzeption und Umsetzung
  • Eine monatliche Aufwandspauschale in Höhe von 300,- Euro

Wenn wir Dein Interesse geweckt haben, freuen wir uns auf Deine Bewerbung! 

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Stellungnahme

Gemeinsam für eine krisenfeste Ernährung und faire Wettbewerbsbedingungen

Mehrere Organisationen aus Landwirtschaft, Verarbeitung, Handel, Umwelt- und Verbraucherschutz haben sich in einer gemeinsamen Stellungnahme zusammengeschlossen, um die Zukunft unserer Ernährungssicherheit aktiv mitzugestalten. Ziel ist es, hochwertige, nachhaltige Lebensmittel „Made in Germany“ auch in Krisenzeiten zu sichern – fair produziert und zu gerechten Preisen entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Die Unterzeichner*innen fordern ein Umdenken in der Agrar- und Ernährungspolitik: Statt ständiger Zielkonflikte braucht es verlässliche politische Rahmenbedingungen, faire Marktbedingungen sowie eine gezielte Unterstützung für nachhaltige Innovationen. Nur so lassen sich soziale, ökologische und ökonomische Ziele in Einklang bringen.

Im Zentrum steht der Appell an Politik und Gesellschaft, Qualitätsproduktion aus Deutschland wertzuschätzen, echte Partnerschaften zu fördern und Zukunftsperspektiven für Landwirtschaft und Ernährung zu schaffen – für mehr Resilienz, Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit.

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Biopoli Rollenspiel

Jetzt neu: Kostenloses Rollenspiel „Wie werden alle satt?“ für Jugendgruppen!

Globale Krisen erleben – Lösungen gestalten:
Unser neues Rollenspiel „Wie werden alle satt?“ bietet Jugendgruppen ab 16 Jahren die Möglichkeit, sich aktiv mit den drängenden Fragen der Welternährung in Zeiten des Klimawandels auseinanderzusetzen. In dem Workshop übernehmen die Teilnehmenden die Rollen von zentralen Akteur*innen wie Politiker*innen, Konzernvertreter*innen oder Kleinbäuer*innen und verhandeln über nachhaltige Lösungen für eine gerechte Nahrungsmittelversorgung weltweit.

Das erwartet euch:

  • spannende Rollen aus Politik, Landwirtschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft
  • realistische Szenarien rund um Klimawandel, Handel und Ernährungssicherung
  • intensives Diskutieren, Verhandeln und gemeinsame Lösungsfindung
  • vielseitiges Begleitmaterial: Rollentexte, Szenario, Glossar und Filmtipps
  • flexibel einsetzbar für Workshops und Projekttage (Dauer: ca. 2 Stunden)
     

Ideal für:

  • Jugendgruppen, Schulklassen (ab 16 Jahren), Vereine und Initiativen
  • Gruppengröße: 10 bis 30 Personen
  • keine Vorkenntnisse nötig – Vorbereitungsmaterial inklusive!

Weitere Materialien und Informationen findet ihr auf biopoli.de.

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NDR Interview

Biopiraterie und koloniales Erbe: Unser Beitrag bei „DAS!“

Am 26.3.25 war unsere Referentin Mireille Remesch mit einem Video-Beitrag für „DAS!"im NDR  dabei! Das Thema: Biopiraterie – also der Raub von genetischem Material und assoziiertem traditionellem Wissen, meist durch global agierende Konzerne. 

Der Video-Beitrag war Teil des Interviews mit dem Ethnologen Lars Frühsorge, in dem es um die Aufarbeitung von kolonialen Museums-Sammlungen und den Umgang mit entsprechenden indigenen Kulturen ging. Sowohl Biopiraterie, als auch der Umgang mit kolonialen Sammelstücken werfen wichtige Fragen auf: Wie wird Wissen über was und wen erzeugt und genutzt? Wer hat das Recht bzw. die Macht über kulturelle Gegenstände oder natürliche Ressourcen (z.B. genetisches Material von Pflanzen) zu verfügen und davon zu profitieren? 
Die Sendung gibt interessante Perspektiven und Impulse wie wir kritisch darauf gucken können, wie in Ländern ehemaliger Kolonialmächte noch heute mit unterschiedlichen, insbesondere indigenen Kulturen und natürlichen Umgebungen umgegangen wird. Sie zeigt gleichzeitig auch Beispiele dafür, wie ein respektvoller und gerechter Umgang aussehen kann.

Die gesamte Sendung findet Ihr hier.

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Ausgezeichnet

Biopoli erhält „Nationale Auszeichnung – Bildung für nachhaltige Entwicklung“ durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung und die Deutsche UNESCO-Kommission

Wir freuen uns riesig: Unser Jugendbildungsprojekt Biopoli wurde mit der "Nationalen Auszeichnung – Bildung für nachhaltige Entwicklung" geehrt! Das Bundesministerium für Bildung und Forschung und die Deutsche UNESCO-Kommission würdigen damit unser Engagement für eine nachhaltige und gerechte Zukunft. Diese Auszeichnung bestätigt unseren innovativen Bildungsansatz, der junge Menschen dazu befähigt, die Welt aktiv mitzugestalten – im Einklang mit den Globalen Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen.

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Bildungscomic

Food Rebellion

Im Jahr 2084 beherrscht der gigantische Agrarkonzern AgriXon die ganze Welt: AgriXon bestimmt, was wir anbauen, was wir daraus herstellen und wo wir einkaufen müssen. Insbesondere die Bäuerinnen und Bauern im globalen Süden haben unter AgriXons Profitgier zu leiden. Sie haben weder Zugang zu Land noch zu Saatgut. Als die Oma der jungen Aktivistin Aiana wegen illegalem Anbau von Obst, Gemüse und Getreide von AgriXons grauen Kontrolleuren festgenommen wird, bleibt Aiana keine Wahl: Sie startet zusammen mit ihren Freunden eine Food Rebellion – mit globalen Folgen.

Der Comic gibt einen spannenden Einblick in die Konflikte im globalen Ernährungssystem. Aianas Crew kämpft für das Recht der Bevölkerung, ihre Ernährung und Landwirtschaft selbst zu bestimmen. Dabei stehen die Menschen im Mittelpunkt und nicht die Interessen der Konzerne. Eine zentrale Rolle spielt das Saatgut. Es ist die Basis für unsere Ernährung und Grundlage unserer Existenz. Wenn Agrarkonzerne weite Teile des Saatgutmarkts kontrollieren, hat das gravierende Folgen: Abhängigkeit der Bauern, Gefährdung der Ernährungssicherheit und ein Verschwinden der Sortenvielfalt. Ernährungs- und Saatgut-Souveränität lautet eine Forderung im Kampf um kleinbäuerliche Selbstbestimmung. Ein actiongeladener Comic über Ernährungssouveränität, Saatgut und den Kampf gegen Konzernmacht.

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Neuer Ernährungsrat für Hamburg

Gemeinsam für eine nachhaltige Lebensmittelversorgung

Hamburg, 19. Februar 2025 ­

Wir freuen uns, Teil einer starken Bewegung zu sein: Der Ernährungsrat Metropolregion Hamburg wurde gegründet! Gemeinsam mit anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen setzen wir uns für ein zukunftsfähiges Ernährungssystem ein – regional, fair und umweltfreundlich.

„Das aktuelle Ernährungssystem gefährdet unsere natürlichen Lebensgrundlagen und basiert auf der Ausbeutung von Menschen, die unsere Lebensmittel erzeugen. Das wollen wir nicht hinnehmen! Wir brauchen daher einen grundlegenden Wandel hin zu einem zukunftsfähigen Ernährungssystem. Wir möchten mit dem Ernährungsrat Anregungen geben, wie die Stadt Hamburg diesen Wandel aktiv unterstützen kann – zum Beispiel durch Nachhaltigkeitsstandards für die Kita- und Schulverpflegung und durch verstärkte Ernährungsbildung“, erklärt Julia Sievers, Sprecherin und Vorstandmitglied des Ernährungsrats.

Ein zentraler Schwerpunkt ist die Hamburger Ernährungsstrategie, die 2025 entwickelt wird. Der Ernährungsrat bringt hierzu konkrete Vorschläge ein, etwa zur Förderung regionaler Lebensmittel, zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung und zur Gestaltung einer „Essbaren Stadt“.

Mitmachen!
Der Ernährungsrat ist offen für alle, die sich in den Arbeitsgruppen engagieren möchten – von Ernährungsbildung über nachhaltige Landwirtschaft bis hin zur Außer-Haus-Verpflegung.

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Kritischer Agrarbereicht

Unser Beitrag zum Kritischen Agrarbericht 2025

Im Fokus des Kritischen Agrarberichts 2025 steht das zentrale Thema „Wertschöpfung und Wertschätzung“ – ein Thema, das aktueller denn je ist. In unserem Artikel beleuchten wir anhand der Beispiele Kaffee und Milch, warum marktpolitische Maßnahmen für kostendeckende Erzeugerpreise nicht nur dringend notwendig, sondern auch umsetzbar sind.

Unser Beitrag zeigt auf, wie globale Handelsstrukturen und nationale Marktdynamiken dazu führen, dass Produzentinnen oft nicht das erhalten, was ihre Arbeit und Produkte tatsächlich wert sind. Wir argumentieren, dass faire Preise nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit, sondern auch der Nachhaltigkeit sind – für die Landwirtschaft, für Konsumentinnen und für die Umwelt.

Lest den Artikel von Julia Sievers (Agrar Koordination) und Berit Thomsen (Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft) und erfahrt, welche Schritte notwendig sind, um Wertschöpfung und Wertschätzung wieder in Einklang zu bringen.

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Agroecology for Future

Positionspapier und Bericht zur Rolle von Agrarökologie in EU-Ernährungspolitik

Agrarökologische Produktionsmethoden haben in vielen Ländern des Globalen Südens eine lange Tradition. Für uns ist eine agrarökologische Landwirtschaft die Vision für eine zukunftsfähige Agrar- und Ernährungswende. Aber auch andere Organisationen sehen in der Agrarökologie die Zukunft: Deshalb gewinnt das Konzept als Alternative zur industriellen Landwirtschaft auch in Deutschland immer mehr an Bedeutung. Doch die Definitionen und das Verständnis davon, was Agrarökologie eigentlich meint und beinhaltet, variieren stark.

Deshalb haben wir in Zusammenarbeit mit der Christlichen Initiative Romero e.V. (CIR) ein Grundlagendokument erstellt, mit dem wir das Konzept der Agrarökologie umfassend erklären und so ein gemeinsames Verständnis von Agrarökologie entwickeln. Wichtig war uns dabei, dass die Definition den Ursprüngen der Agrarökologie in Sozial- und Umweltbewegungen des Globalen Südens gerecht wird. Basierend auf dem Bericht haben wir ein Positionspapier erarbeitet, das Forderungen an die EU beinhaltet, welche Maßnahmen in der Agrar- und Ernährungspolitik umgesetzt werden müssen, um das Potenzial der Agrarökologie für eine Transformation des globalen Ernährungssystems auszuschöpfen.

Downloads
Positionspapier "Agroecology for Future" (deutsche Fassung)
Policy Paper "Agroecology for Future (Englische Fassung)
Bericht "Agroecology for Future" - Bericht über das Konzept der Agrarökologie