
Aktuelles
nun-Zertifizierung
Gemeinsam Zukunft gestalten: Umwelt- und Schulbehörde zeichnen sechs Bildungsakteur*innen aus
nun-Zertifizierung würdigt herausragendes Engagement zu Bildung für nachhaltige Entwicklung in Hamburg
Hamburg, 26. Juni 2026
Beim FAST FORWARD FUTURE Sommerevent 2026 „Bildung findet Stadt“ auf Gut Karlshöhe haben die Umwelt- und die Schulbehörde gestern sechs Bildungsakteur*innen mit dem Zertifikat „nun – norddeutsch und nachhaltig“ ausgezeichnet. Die Zertifizierung würdigt Einrichtungen und Einzelpersonen, die sich in besonderer Weise zu Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) engagieren und Menschen dabei unterstützen, Zukunftskompetenzen für eine nachhaltige Gesellschaft zu entwickeln. Die ausgezeichneten Organisationen schaffen Lernorte, an denen Kinder, Jugendliche und Erwachsene ökologische, soziale und wirtschaftliche Zusammenhänge verstehen, eigene Handlungsmöglichkeiten erkennen und aktiv an der Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft mitwirken können. Mit ihren Bildungsangeboten leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeitsbildung in Hamburg.
"Die nun-Zertifizierung steht für einen starken Schulterschluss zwischen Behörden und Zivilgesellschaft im Sinne des Gemeinwohls. Bereits seit 2014 betont sie die Bedeutung der Kooperation und integrativen Zusammenarbeit von Schulen, Kitas und Akteuren aus der außerschulischen Bildung. Die ausgezeichneten Organisationen bringen Bildung für nachhaltige Entwicklung in die Praxis und unterstützen Kinder, Jugendliche und Erwachsene dabei, Zukunft aktiv mitzugestalten", sagte die Umwelt-Staatsrätin Dr. Stefanie von Berg in Ihrem Grußwort zur Veranstaltung.
nun-Zertifizierte sind wichtige Partner*innen für Schulen und Kitas
Der Anspruch einer Bildung für nachhaltige Entwicklung ist heute fest in den Hamburger Bildungsleitlinien verankert. Sowohl die Rahmenpläne der Schulen als auch die Bildungsleitlinien für Kitas greifen BNE als zentrales Bildungsziel auf. Die nun-zertifizierten Bildungsakteur*innen sind wichtige Partner*innen, um Nachhaltigkeitsthemen praxisnah und lebensweltorientiert zu vermitteln. Ihre Angebote zeigen, wie nachhaltiges Handeln im Alltag, in Bildungseinrichtungen und im gesellschaftlichen Zusammenleben konkret umgesetzt werden kann. Dabei verbinden sie fachliches Wissen mit innovativen Methoden und schaffen Räume, in denen Teilnehmende Selbstwirksamkeit erleben und Zukunftskompetenzen entwickeln.
Hohe Qualitätsstandards für nachhaltige Bildungsangebote
Die nun-Zertifizierung steht seit mehr als zehn Jahren für Qualität in der Bildung für nachhaltige Entwicklung. Sie unterstützt Schulen, Kitas, Familien und engagierte Bürger*innen dabei, qualifizierte Bildungsangebote zu finden und neue Bildungspartnerschaften aufzubauen. „Seit mehr als zehn Jahren steht die nun-Zertifizierung in Hamburg für qualitativ hochwertige Bildungsarbeit im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung. Gemeinsam mit unseren Partnerländern entwickeln wir das Verfahren kontinuierlich weiter und stärken damit die Bildung für nachhaltige Entwicklung in Norddeutschland“, betont Ralf Behrens, Vorsitzender der nun-Kommission Hamburg.
Die zertifizierten Bildungsakteur*innen orientieren sich am internationalen Konzept einer Bildung für nachhaltige Entwicklung, das von der UNESCO koordiniert wird. Ziel ist es, Menschen zu befähigen, verantwortungsbewusste Entscheidungen zu treffen und gesellschaftliche Transformationsprozesse aktiv mitzugestalten.
Starkes norddeutsches Netzwerk für nachhaltige Bildung
Die Freie und Hansestadt Hamburg vergibt das nun-Zertifikat seit 2014. Die S.O.F. Save Our Future – Umweltstiftung koordiniert als Hamburger Geschäftsstelle das Zertifizierungsverfahren sowie den damit verbundenen Qualitätsentwicklungsprozess. Seit Einführung der Zertifizierung wurden in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein rund 150 Bildungsakteur*innen ausgezeichnet. Gemeinsam bilden 3 S.O.F. Save Our Future - Umweltstiftung Spaldingstraße 210, 20097 Hamburg Tel.: 040 / 240 600, info@save-our-future.de, www.save-our-future.de sie ein starkes norddeutsches Netzwerk für nachhaltige Bildung und eine nachhaltige Transformation.
Über die nun-Zertifizierung
„nun – norddeutsch und nachhaltig“ ist eine länderübergreifende Qualitätszertifizierung für außerschulische Bildungsakteur*innen im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Sie zeichnet Organisationen und Einzelpersonen aus, die hochwertige Bildungsangebote zu Nachhaltigkeitsthemen entwickeln und umsetzen. Die Zertifizierung fördert Qualität, Transparenz und Vernetzung in der Nachhaltigkeitsbildung und stärkt Bildungspartnerschaften zwischen Schulen, Kitas und außerschulischen Lernorten. Informationen zu allen aktuell nun-zertifizierten Akteur*innen finden sich auf der Website der nun-Zertifizierung Hamburg: www.nun-zertifizierung.de/hamburg
Die neuen nun-Zertifizierten:
Ackerperlen e.V. (Spadenland/Moorfleet) Der gemeinnützige Verein Ackerperlen e.V. verbindet Bildung für nachhaltige Entwicklung, Permakultur und soziale Teilhabe. Mit praxisnahen Angeboten macht er ökologische und soziale Zusammenhänge erfahrbar und stärkt Menschen darin, ihre Umwelt aktiv mitzugestalten. Die Bildungsarbeit findet sowohl mobil im Hamburger Stadtraum mit einem CO₂-armen Forschungsbike als auch auf dem vereinseigenen Lern- und Demonstrationshof im Spadenland statt.
Essen mit Zukunft e.V. (Ottensen) Seit mehr als 40 Jahren setzt sich Essen mit Zukunft e.V. für ein gerechtes und nachhaltiges Ernährungssystem ein. Mit Bildungs- und Informationsangeboten zeigt der Verein, wie unser Konsum mit globalen Umwelt- und Gerechtigkeitsfragen zusammenhängt. Gleichzeitig vermittelt er konkrete Handlungsmöglichkeiten für einen nachhaltigen Alltag und engagiert sich für politische Rahmenbedingungen, die eine zukunftsfähige Landwirtschaft und Ernährung fördern. Doughnut Coalition Hamburg - AG im Nutzwerk Hamburg Global e.V. (Eimsbüttel) Die ehrenamtliche Doughnut Coalition Hamburg setzt sich dafür ein, die Prinzipien der Donut-Ökonomie in Hamburg bekannt zu machen. Das von Kate Raworth entwickelte Wirtschaftsmodell verbindet soziale Gerechtigkeit mit den ökologischen Grenzen unseres Planeten. Durch Bildungs-, Vernetzungs- und Öffentlichkeitsarbeit steht die Initiative im Austausch mit Menschen aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, um gemeinsam nachhaltige Lösungen für die Herausforderungen unserer Zeit zu entwickeln.
Zum zweiten Mal nun-ausgezeichnet:
Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) der BUKEA (Wilhelmsburg) Das Freiwillige Ökologische Jahr der BUKEA bietet jungen Menschen nach dem Schulabschluss Orientierung, Praxiserfahrung sowie ökologische und politische Bildung. In Umweltzentren, Nachhaltigkeitsprojekten und weiteren Einsatzstellen lernen die Teilnehmenden ökologische Berufsfelder kennen. In selbst gestalteten Seminarwochen setzen sie sich mit Themen wie Klimaschutz, nachhaltigem Konsum, Ernährung und Ressourcenschutz auseinander und entwickeln eigene Perspektiven für die Zukunft. Duvenstedter BrookHus (Wohldorf‐Ohlstedt) Das Duvenstedter BrookHus macht die einzigartige Natur der Schutzgebiete Duvenstedter Brook und Wohldorfer Wald erlebbar. Eine Dauerausstellung, Exkursionen und Bildungsangebote vermitteln Wissen über die Artenvielfalt der Moore, Wälder und Gewässer direkt vor den Toren Hamburgs. Besonders anschaulich erfahren Kinder und Jugendliche, wie Natur- und Klimaschutz zusammenhängen und welchen Beitrag jede und jeder Einzelne dazu leisten kann. Zum dritten Mal nun-ausgezeichnet: Susanne Klaar – Klaar Design (Bergstedt) Die Diplom-Designerin Susanne Klaar entwickelt Bildungs-, Dialog- und Beteiligungsformate an der Schnittstelle von Gestaltung, Bildung für nachhaltige Entwicklung und gesellschaftlichem Wandel. Mit kreativen Methoden schafft sie Räume für Austausch, Perspektivwechsel und gemeinsames Lernen. Ihre Arbeit unterstützt Menschen dabei, Orientierung in einer sich verändernden Welt zu finden und Zukunft aktiv und gemeinschaftlich zu gestalten.
Weitere Informationen zur Initiative „nun“ und ihren Zertifizierten: www.nun-zertifizierung.de/
Invitation to the RIFS Conference
The International Politics of Just Food System Transformations
30 June 2026 | 9:00 AM – 4:30 PM | Berlin, Germany
You are warmly invited to the RIFS Conference on The International Politics of Just Food System Transformations, bringing together researchers and practitioners.
The conference will explore pathways toward a just transformation of food systems in today’s changing geopolitical context. While industrialised food systems have improved food availability, they are also key drivers of environmental degradation, inequality, and human rights challenges. Addressing these issues requires systemic change to ensure healthy diets for all, sustainability within planetary boundaries, and socially just livelihoods.
Discussions will focus on:
• Pathways to transformation, including planetary health, diversification and the role of smaller scale producers
• Social foundations of just food system transformations, such as human rights, justice, and inclusive governance
• International dynamics, including trade, digitalisation, finance and EU–Global South relations
Overall, the conference aims to identify how collaboration between researchers and practitioners can be strengthened in the context of current geopolitical tensions and political backlash against sustainability. It aims to initiate a dialogue between these different stakeholders and discuss which questions we need to ask in research and societal debates.
Location:
Helmholtz Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren e.V.
Anna-Louisa-Karsch-Straße 2
10178 Berlin
Please register to take part: https://eveeno.com/justfoodsystemtransformations
The conference will be held in English. Lunch and coffee will be provided throughout the day.
We look forward to your participation.
Bildung stärken. Zukunft sichern.
Unsere Jugendbildungsarbeit steht vor einer Finanzierungslücke – helft uns, die Workshops weiterzuführen.
Seit über 40 Jahren setzen wir uns für globale Gerechtigkeit und eine zukunftsfähige Ernährung ein. Gemeinsam mit Schulen und Kitas in Schleswig-Holstein gestalten wir den Wandel hin zu klimafreundlichem Essen, erreichen jedes Jahr mehr als 2.000 Jugendliche und haben zuletzt den Ernährungsrat Hamburg mit ins Leben gerufen.
Doch in diesem Jahr wurden die Fördermittel für unser Jugendbildungsprogramm kurzfristig gestrichen. Damit wir unsere Workshops weiterhin anbieten können, starten wir eine Crowdfunding-Aktion – und freuen uns über jede Unterstützung.
Von Herzen danke.
Euer Team von Essen mit Zukunft
Statement
Landwirtschaft und Ernährung jetzt krisensicher machen! „Wir haben es satt!“-Bündnis zu Lehren aus dem Iran-Krieg
Berlin, 21. April 2026
Abhängigkeit von fossiler Energie kommt Bäuer*innen und Verbraucher*innen teuer zu stehen – in Deutschland und weltweit. Bundesregierung muss rückwärtsgewandte Politik stoppen. Lösungen liegen schon lange auf dem Tisch.
In tiefer Sorge blicken wir auf den Krieg im Nahen Osten. Es gab bereits unzählige Angriffe auf die Zivilbevölkerung: Tausende Menschen wurden getötet, zudem Straßen, Krankenhäuser und Märkte bombardiert. Die Folgen der völkerrechtswidrigen Militärschläge sehen wir auch global: Es droht eine neue Ernährungskrise aufgrund explodierender Öl- und Gaspreise. Treibstoff wird so teuer, dass Ernten nicht mehr zum Markt gebracht werden. Unterbrochene Lieferketten sorgen für leere Regale in Ländern, die von Importen abhängig sind, und erschweren den Transport von Hilfsgütern in Krisenregionen. Und auch die Nahrungsmittelproduktion wird für viele unbezahlbar: Erdgas macht als Rohstoff und Energiequelle bis zu 80 Prozent der Kosten für Stickstoffdünger aus – dem am meisten verwendeten Dünger weltweit. Die Folgen sind Ernährungsunsicherheit und Hunger.
Wir erleben eine Krise mit Ansage. Das industrielle Agrar- und Ernährungssystem ist in hohem Maße abhängig von fossiler Energie und globalen Lieferketten. Extreme Preisschwankungen auf dem Weltmarkt führen zu höheren Preisen an der Ladentheke – somit schadet dieses System uns allen, insbesondere Menschen in Armut. Nur wenige profitieren, etwa große Importeure oder Düngemittelkonzerne.
Die wirtschaftliche Existenz von den Landwirt*innen und Höfen, die unter den aktuellen Verwerfungen leiden, sichern wir langfristig nicht durch wieder billig gemachten Dünger und Diesel. Vielmehr muss die Abhängigkeit vom auch in Deutschland weit verbreiteten Stickstoffdünger deutlich reduziert werden. Wir brauchen die Transformation zu agrarökologischen Systemen mit lokalen Stoffkreisläufen. Ein Beispiel dafür ist der Ökolandbau, der ohne chemisch-synthetischen Dünger auskommt. Wer Ernährungssicherheit will, braucht ökologischere Landwirtschaft und starke regionale Strukturen – keine hohen Gewinne der fossilen Industrie.
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Zum End of Fish Day am 19.03.2026
Zehn Organisationen fordern grundlegenden Wandel beim Fischkonsum: Gemeinschaftsverpflegung, Handel und Deutsche Gesellschaft für Ernährung in der Pflicht.
Hamburg, 16.03.2026
Eine zukunftsfähige Ernährungspolitik muss den Schutz der globalen Fischpopulationen und die Ernährungssicherheit im Globalen Süden stärker in den Fokus rücken. Diese Forderung erheben zehn Organisationen anlässlich des deutschen „End of Fish Day“ am 19. März. In ihrem gemeinsamen Positionspapier fordern Essen mit Zukunft e.V., BUND, DEEPWAVE, Deutsche Umwelthilfe e.V., Environmental Justice Foundation, Ernährungsrat Hamburg, fair-fish, Physicians Association for Nutrition und WWF Deutschland zum einen wirksamere Maßnahmen gegen Überfischung und für nachhaltige Fischerei. Gleichzeitig müsse der Fischkonsum in Deutschland und anderen Industrieländern grundlegend verändert und reduziert werden. Besonderen Handlungsbedarf sehen die Organisationen darin, die Ernährungsempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) für den Fischverzehr in Deutschland anzupassen, um einen Beitrag gegen die globale Überfischung zu leisten.
Am 19. März 2026 ist End of Fish-Day in Deutschland
Der End of Fish Day in Deutschland markiert den Tag, an dem rechnerisch die heimisch gefangenen oder gezüchteten Fische verbraucht sind. 80-90 % des eigenen Fischkonsums kann Deutschland nur über Importe decken. Der End of Fish Day macht damit deutlich, wie stark Deutschland von globalen Lieferketten abhängt und wirft wichtige Fragen bezüglich Nachhaltigkeit und globaler Verantwortung auf. „Damit Fisch langfristig als Ernährungsgrundlage erhalten bleibt und die Versorgung im Globalen Süden nicht gefährdet wird, reichen die bisherigen Ansätze nicht aus“ – darin sind sich die zehn Organisationen einig. „Mängel bei Siegeln, intransparente Lieferketten und die begrenzte Verfügbarkeit nachhaltiger Fischprodukte machen eine Fischkonsumwende dringend nötig“, erläutert Mireille Remesch von Essen mit Zukunft.
Ernährungsempfehlungen zum Fischkonsum müssen überarbeitet werden
Die Organisationen bewerten die aktuellen Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) zum Fischkonsum kritisch. Diese empfiehlt ein bis zwei Portionen Fisch pro Woche à 120 Gramm – deutlich mehr, als derzeit tatsächlich konsumiert wird. Würden alle Menschen in Deutschland zweimal pro Woche Fisch essen, würde der Pro-Kopf-Verbrauch massiv steigen. Das wäre mit dem Ziel, Überfischung zu beenden, nicht vereinbar. Aus Sicht der Organisationen berücksichtigen die bestehenden DGE-Fischkonsumempfehlungen wissenschaftliche Erkenntnisse zur globalen Überfischung bislang unzureichend.
Sie schlagen eine Anpassung der Ernährungsempfehlungen hin zu einem reduzierten Konsum von null bis maximal einmal pro Woche vor. Zudem fordern sie, dass die DGE die Fischkonsumempfehlungen an die Voraussetzung knüpft, dass der Fisch aus nachweislich nachhaltiger Fischerei oder ökologischer Aquakultur bezogen wird. Gleichzeitig betont das Positionspapier, dass eine gesunde Ernährung in Deutschland auch ohne wöchentlichen Fischkonsum möglich ist.
Gemeinschaftsverpflegung als zentraler Hebel
Besonders großen Handlungsbedarf sehen die Organisationen in der Gemeinschaftsverpflegung. Täglich nehmen in Deutschland schätzungsweise 16 Millionen Menschen ihr Mittagessen in Kantinen, Kitas, Schulen, Krankenhäusern und Betriebsküchen ein. In vielen Einrichtungen wird traditionell mindestens einmal pro Woche Fisch angeboten, während Nachhaltigkeitskriterien beim Einkauf bislang nur eine untergeordnete Rolle spielen.
„Die Gemeinschaftsverpflegung hat einen enormen Hebel für nachhaltigen Fischkonsum“, so Julia Sievers von Essen mit Zukunft e.V. „Wenn Caterer und Einrichtungen mit Gemeinschaftsverpflegung ihre Speisepläne anpassen, nachhaltige Beschaffungskriterien einführen und Fisch seltener anbieten, kann dies einen spürbaren Beitrag für eine Fischkonsumwende leisten.“
Einkaufsratgeber als gute Orientierungshilfe
Das Positionspapier kommt zu dem Schluss, dass gängige Siegel wie der Marine Stewardship Council (MSC) und der Aquaculture Stewardship Council (ASC) allein aktuell keinen verlässlichen Nachweis für nachhaltigen Fischkonsum bieten.
Als wichtige zusätzliche Orientierungshilfe empfehlen die Organisationen daher den vom WWF herausgegeben Fischratgeber sowie die „Guter Fisch“-Liste“, die von der Verbraucherzentrale Berlin und der Verbraucherzentrale Hamburg gemeinsam mit dem GEOMAR-Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung, der Deutschen Umwelthilfe, dem NABU und dem WWF erstellt und jährlich aktualisiert wird.
Handlungsbedarf sehen die Organisationen jedoch auch angesichts der mangelnden Transparenz globaler Fischlieferketten. Weder Groß- noch Einzelhandel stellen bislang ausreichende Informationen zu Fanggebieten und Fangmethoden bereit. Nachhaltiger Fischkonsum bedeutet aktuell immer Mehraufwand, z. B. indem in Lebensmittelgeschäften und bei Großhändlern nachgefragt werden muss. Diese Hürde sollte durch Großhändler und Fischgeschäfte abgebaut werden. “Groß- und Einzelhändler sowie Einrichtungen mit Gemeinschaftsverpflegung sollten ihr Angebot schrittweise anpassen – Ziel sollte sein, langfristig nur noch Fisch aus glaubwürdig nachhaltigen Quellen anzubieten,“ fordern die Organisationen.
Online-Dialog
Hering, Lachs, leere Meere. Wie schaffen wir die Fischkonsumwende?
Gemeinsam mit Brot für die Welt und Fair Oceans laden wir zum End of Fish Day ein.
- Welche Rolle spielt die weltweite Überfischung für die marinen Ökosysteme sowie für die globale Ernährungssicherheit?
- Was hat Fischmehl als Basis der Futtermittel in Aquakulturen wie zum Beispiel Lachs damit zu tun?
- Welche Verantwortung trägt Deutschland als Importland?
- Welche Rolle spielen Politik, Handel und Gemeinschaftsverpflegung?
Beim Online-Dialog diskutieren Expert*innen aus Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft Wege zu einer Fischkonsumwende.
Zukunftsfähige Gemeinschaftsverpflegung
Unser Beitrag für den Kritischen Agrarbericht 2026
Im Januar erschien die neue Ausgabe des Kritischen Agrarberichts. Wir haben einen Artikel zum Thema „Zukunftsfähige Gemeinschaftsverpflegung – eine politische Aufgabe“ beigesteuert. Darin beleuchten wir am Beispiel der Kita- und Schulverpflegung, welche Hürden und welche Erfolgsfaktoren es gibt für einen erhöhten Einsatz von Bio-Lebensmitteln und ein reduziertes Angebot an tierischen Produkten. Durch das Aufzeigen von Hürden und Erfolgsfaktoren möchten wir weitere Akteure anregen, in ihrem Umfeld Initiativen für eine nachhaltige Gemeinschaftsverpflegung erfolgreich anzustoßen.
gemeinsames Positionspapier
Agrarökologie stärken – für gerechte und krisenfeste Ernährungssysteme
Mit mehr als 30 zivilgesellschaftlichen Organisationen – darunter FIAN, INKOTA und Misereor – haben wir ein gemeinsames Positionspapier veröffentlicht. Darin fordern wir die Bundesregierung auf, Agrarökologie konsequent zu fördern und als Leitbild für den Umbau der Agrar- und Ernährungssysteme zu verankern.
Agrarökologie zeigt konkrete Wege auf, wie Menschen, die unsere Lebensmittel erzeugen, ihre Handlungsmacht zurückgewinnen können. Sie stärkt lokale und regionale Strukturen, fördert demokratische Mitbestimmung und macht Ernährungssysteme widerstandsfähiger gegenüber Krisen. Gleichzeitig reduziert sie Abhängigkeiten von externen Betriebsmitteln, verteilt Ressourcen gerechter und verbindet wirksamen Klimaschutz mit sozialer Gerechtigkeit.
Dabei ist Agrarökologie weit mehr als eine nachhaltige Anbaumethode. Sie steht für einen ganzheitlichen Transformationsansatz, der ökologische, soziale, ökonomische und politische Dimensionen zusammendenkt. Als solcher ist sie ein zentraler Baustein für Ernährungssouveränität und für die weltweite Umsetzung des Menschenrechts auf angemessene Nahrung.
PRESSEMELDUNG, 12.01.2026
Aus AGRAR KOORDINATION wird ESSEN MIT ZUKUNFT
Hamburg, 12.01.2026 – Im Jahr 2023 hat die Agrar Koordination ihr 40-jähriges Jubiläum gefeiert und dies auch zum Anlass genommen, ihr eigenes Handeln zu reflektieren. Vor allem wurde hinterfragt, wofür die Organisation steht und wie sie sich präsentiert. Im Zuge eines umfangreichen Weiterentwicklungsprozesses hat die Organisation neben der Schärfung ihres Profils nun auch ihren Namen geändert. Mit Essen mit Zukunft soll eine neue Phase der Arbeit an der Ernährungswende fortgeführt werden:
„Seit der Gründung des Vereins vor über 40 Jahren haben wir uns stetig weiterentwickelt. Jetzt ist es an der Zeit, dass auch unser Name unsere aktuelle und zukünftige Arbeit gut widerspiegelt. Wir haben einen Vereinsnamen gewählt, der klar ausdrückt, welche Vision uns bei unserer Arbeit antreibt“, so Detlef Rump, Vorstandsvorsitzender von Essen mit Zukunft.
„Essen mit Zukunft drückt aus, dass wir uns für eine zukunftsfähige, nachhaltige Ernährung einsetzen und wir Impulse geben für ein Ernährungssystem, das unsere natürlichen Lebensgrundlagen erhält. Essen mit Zukunft bedeutet für uns gleichzeitig, dass auch mehr Gerechtigkeit geschaffen werden muss. Ein Ernährungssystem, das auf Ausbeutung von Menschen und natürlichen Ressourcen beruht, hat für uns keine Zukunft“, erklärt Julia Sievers, Referentin für Ernährungspolitik.
„Was wir essen und wie es produziert wird, entscheidet über die Welt von morgen. Von aktuellen ernährungspolitischen Analysen über den Dialog mit Jugendlichen und Entscheidungsträger*innen bis zur Beratung von Catering-Unternehmen entwickelt Essen mit Zukunft konkrete Lösungen – vom Acker bis zum Teller. Die Verbindung von Bildung, Politik und Praxis zeichnet Essen mit Zukunft aus“, erläutert Dr. Tanja Busse, Beirätin von Essen mit Zukunft.
gemeinsames Positionspapier
Welternährung 2030
16.10.2025
Anlässlich des Welternährungstages am 16. Oktober veröffentlicht ein breites Bündnis aus 23 Nichtregierungsorganisationen das Positionspapier Welternährung 2030: 11 Schritte für eine Zukunft ohne Hunger. Führende umwelt- und entwicklungspolitische Organisationen fordern, die globalen Strategien zur Hungerbekämpfung neu auszurichten. Sie formulieren elf konkrete Handlungsempfehlungen für die Bundesregierung und die internationale Gemeinschaft.
Unser Bündnis kritisiert, dass das Ziel der UN-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung – kein Hunger bis 2030 – in weite Ferne gerückt ist. Weltweit leiden derzeit 673 Millionen Menschen chronisch an Hunger – Tendenz steigend. Hunger ist kein Naturphänomen, sondern das Ergebnis politischer Entscheidungen und ungerechter Strukturen. Es sind genug Nahrungsmittel vorhanden, um alle Menschen weltweit satt zu machen, heißt es in dem Papier, das unter anderem gemeinsam mit Brot für die Welt, FIAN Deutschland, Misereor, Weltfriedensdienst und World Vision Deutschland veröffentlicht wurde.
Analyse- und Positionspapier
Wie kann die Schulverpflegung in Hamburg zukunftftsfähig gestaltet werden?
Analysen und Empfehlungen zum Fleisch- und Fischangebot und zum Einsatz von Bio-Lebensmitteln
23. September: Tag der Schulverpflegung 2025 – Anlass genug, über die Zukunft der Schulverpflegung in Hamburg zu sprechen. In unserem Analyse- und Positionspapier zeigen wir auf, was passieren muss, um die Hamburger Schulverpflegung zukunftsfähig zu gestalten. Der Handlungsbedarf ist groß: Das Fleisch- und Fischangebot ist in vielen Schulen noch nicht nachhaltig und auch der Anteil an Bio-Lebensmitteln könnte deutlich höher sein – ohne dass dafür die Mittagessenspreise erhöht werden müssen. Eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Umgestaltung der Hamburger Schulverpflegung sind ambitioniertere Vorgaben der Schulbehörde und mehr Ernährungsbildung in Schulen. Lest mehr über unsere Empfehlungen in unserer aktuellen Publikation.
Ergebnisse und Erkenntnisse
Essen mit Zukunft – Wie gelingt eine zukunftsfähige Kita- und Schulverpflegung?
Lehren aus einem Pilotprojekt in Schleswig-Holstein
Im Rahmen unseres Projektes „Essen mit Zukunft“ haben wir fünf Schulen und vier Kitas sowie ihre Caterer dabei unterstützt, auf eine nachhaltige Verpflegung – mit mehr Bio-Lebensmitteln und weniger tierischen Produkten – umzustellen. Parallel dazu haben wir ausgewertet, wie hoch die Akzeptanz für eine pflanzenbasierte Verpflegung ist und wie sie gesteigert werden kann. Auch das Potenzial für eine Erhöhung des Bio-Anteils ohne Kostensteigerungen haben wir untersucht. Die Ergebnisse sind ermutigend und können weiteren Kitas und Schulen Inspirationen bieten. Lest in unserer Publikation mehr darüber, wie eine zukunftsfähige Kita- und Schulverpflegung gelingen kann und welche Strategien erfolgsversprechend sind.
gesucht
Praktikantin (m/w/d)
Wir suchen ab sofort eine Praktikantin (m/w/d) für 20 bis 38 Std./Woche für maximal 12 Wochen
Tätigkeitsbereiche
- fachbezogene Recherchen
- Unterstützung bei der Öffentlichkeitsarbeit
- Wirkungsmessung und Evaluation
- Redaktionelle Planung und Begleitung von Fachbeiträgen
- Projektentwicklung und Antragstellung
- Teilnahme an Konferenzen und Bündnistreffen
- Büroorganisation, Versand, Pflege von Adressverteilern
Unsere Wünsche an Dich
- Student*in aus einem tätigkeitsrelevanten Studiengang mit fachlichem Bezug zu den Themen des Vereins
- Interesse an den Themen nachhaltige Ernährung, Landwirtschaft, Gesundheit und Klimaschutz
- Eigenverantwortliche und strukturierte Arbeitsweise
- Hands-on-Mentalität und Spaß an der Arbeit in einem engagierten Team
Wir bieten
- Eine abwechslungsreiche Tätigkeit mit viel Gestaltungsspielraum
- Flexible Arbeitszeiten mit Möglichkeit zum mobilen Arbeiten
- Einblicke in die Arbeit einer Nichtregierungsorganisation
- Die Kombination des Praktikums mit einer Bachelor- oder Masterarbeit zu fachlich passenden, praxisrelevanten Themenbereichen ist möglich, wir beraten gerne bezüglich der Konzeption und Umsetzung
- Eine monatliche Aufwandspauschale in Höhe von 300,- Euro
Wenn wir Dein Interesse geweckt haben, freuen wir uns auf Deine Bewerbung!
Stellungnahme
Gemeinsam für eine krisenfeste Ernährung und faire Wettbewerbsbedingungen
Mehrere Organisationen aus Landwirtschaft, Verarbeitung, Handel, Umwelt- und Verbraucherschutz haben sich in einer gemeinsamen Stellungnahme zusammengeschlossen, um die Zukunft unserer Ernährungssicherheit aktiv mitzugestalten. Ziel ist es, hochwertige, nachhaltige Lebensmittel „Made in Germany“ auch in Krisenzeiten zu sichern – fair produziert und zu gerechten Preisen entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Die Unterzeichner*innen fordern ein Umdenken in der Agrar- und Ernährungspolitik: Statt ständiger Zielkonflikte braucht es verlässliche politische Rahmenbedingungen, faire Marktbedingungen sowie eine gezielte Unterstützung für nachhaltige Innovationen. Nur so lassen sich soziale, ökologische und ökonomische Ziele in Einklang bringen.
Im Zentrum steht der Appell an Politik und Gesellschaft, Qualitätsproduktion aus Deutschland wertzuschätzen, echte Partnerschaften zu fördern und Zukunftsperspektiven für Landwirtschaft und Ernährung zu schaffen – für mehr Resilienz, Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit.
Biopoli Rollenspiel
Jetzt neu: Kostenloses Rollenspiel „Wie werden alle satt?“ für Jugendgruppen!
Globale Krisen erleben – Lösungen gestalten:
Unser neues Rollenspiel „Wie werden alle satt?“ bietet Jugendgruppen ab 16 Jahren die Möglichkeit, sich aktiv mit den drängenden Fragen der Welternährung in Zeiten des Klimawandels auseinanderzusetzen. In dem Workshop übernehmen die Teilnehmenden die Rollen von zentralen Akteur*innen wie Politiker*innen, Konzernvertreter*innen oder Kleinbäuer*innen und verhandeln über nachhaltige Lösungen für eine gerechte Nahrungsmittelversorgung weltweit.
Das erwartet euch:
- spannende Rollen aus Politik, Landwirtschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft
- realistische Szenarien rund um Klimawandel, Handel und Ernährungssicherung
- intensives Diskutieren, Verhandeln und gemeinsame Lösungsfindung
- vielseitiges Begleitmaterial: Rollentexte, Szenario, Glossar und Filmtipps
- flexibel einsetzbar für Workshops und Projekttage (Dauer: ca. 2 Stunden)
Ideal für:
- Jugendgruppen, Schulklassen (ab 16 Jahren), Vereine und Initiativen
- Gruppengröße: 10 bis 30 Personen
- keine Vorkenntnisse nötig – Vorbereitungsmaterial inklusive!
Weitere Materialien und Informationen findet ihr auf biopoli.de.
NDR Interview
Biopiraterie und koloniales Erbe: Unser Beitrag bei „DAS!“
Am 26.3.25 war unsere Referentin Mireille Remesch mit einem Video-Beitrag für „DAS!"im NDR dabei! Das Thema: Biopiraterie – also der Raub von genetischem Material und assoziiertem traditionellem Wissen, meist durch global agierende Konzerne.
Der Video-Beitrag war Teil des Interviews mit dem Ethnologen Lars Frühsorge, in dem es um die Aufarbeitung von kolonialen Museums-Sammlungen und den Umgang mit entsprechenden indigenen Kulturen ging. Sowohl Biopiraterie, als auch der Umgang mit kolonialen Sammelstücken werfen wichtige Fragen auf: Wie wird Wissen über was und wen erzeugt und genutzt? Wer hat das Recht bzw. die Macht über kulturelle Gegenstände oder natürliche Ressourcen (z.B. genetisches Material von Pflanzen) zu verfügen und davon zu profitieren?
Die Sendung gibt interessante Perspektiven und Impulse wie wir kritisch darauf gucken können, wie in Ländern ehemaliger Kolonialmächte noch heute mit unterschiedlichen, insbesondere indigenen Kulturen und natürlichen Umgebungen umgegangen wird. Sie zeigt gleichzeitig auch Beispiele dafür, wie ein respektvoller und gerechter Umgang aussehen kann.
Die gesamte Sendung findet Ihr hier.
Ausgezeichnet
Biopoli erhält „Nationale Auszeichnung – Bildung für nachhaltige Entwicklung“ durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung und die Deutsche UNESCO-Kommission
Wir freuen uns riesig: Unser Jugendbildungsprojekt Biopoli wurde mit der "Nationalen Auszeichnung – Bildung für nachhaltige Entwicklung" geehrt! Das Bundesministerium für Bildung und Forschung und die Deutsche UNESCO-Kommission würdigen damit unser Engagement für eine nachhaltige und gerechte Zukunft. Diese Auszeichnung bestätigt unseren innovativen Bildungsansatz, der junge Menschen dazu befähigt, die Welt aktiv mitzugestalten – im Einklang mit den Globalen Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen.
Bildungscomic
Food Rebellion
Im Jahr 2084 beherrscht der gigantische Agrarkonzern AgriXon die ganze Welt: AgriXon bestimmt, was wir anbauen, was wir daraus herstellen und wo wir einkaufen müssen. Insbesondere die Bäuerinnen und Bauern im globalen Süden haben unter AgriXons Profitgier zu leiden. Sie haben weder Zugang zu Land noch zu Saatgut. Als die Oma der jungen Aktivistin Aiana wegen illegalem Anbau von Obst, Gemüse und Getreide von AgriXons grauen Kontrolleuren festgenommen wird, bleibt Aiana keine Wahl: Sie startet zusammen mit ihren Freunden eine Food Rebellion – mit globalen Folgen.
Der Comic gibt einen spannenden Einblick in die Konflikte im globalen Ernährungssystem. Aianas Crew kämpft für das Recht der Bevölkerung, ihre Ernährung und Landwirtschaft selbst zu bestimmen. Dabei stehen die Menschen im Mittelpunkt und nicht die Interessen der Konzerne. Eine zentrale Rolle spielt das Saatgut. Es ist die Basis für unsere Ernährung und Grundlage unserer Existenz. Wenn Agrarkonzerne weite Teile des Saatgutmarkts kontrollieren, hat das gravierende Folgen: Abhängigkeit der Bauern, Gefährdung der Ernährungssicherheit und ein Verschwinden der Sortenvielfalt. Ernährungs- und Saatgut-Souveränität lautet eine Forderung im Kampf um kleinbäuerliche Selbstbestimmung. Ein actiongeladener Comic über Ernährungssouveränität, Saatgut und den Kampf gegen Konzernmacht.
Neuer Ernährungsrat für Hamburg
Gemeinsam für eine nachhaltige Lebensmittelversorgung
Hamburg, 19. Februar 2025
Wir freuen uns, Teil einer starken Bewegung zu sein: Der Ernährungsrat Metropolregion Hamburg wurde gegründet! Gemeinsam mit anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen setzen wir uns für ein zukunftsfähiges Ernährungssystem ein – regional, fair und umweltfreundlich.
„Das aktuelle Ernährungssystem gefährdet unsere natürlichen Lebensgrundlagen und basiert auf der Ausbeutung von Menschen, die unsere Lebensmittel erzeugen. Das wollen wir nicht hinnehmen! Wir brauchen daher einen grundlegenden Wandel hin zu einem zukunftsfähigen Ernährungssystem. Wir möchten mit dem Ernährungsrat Anregungen geben, wie die Stadt Hamburg diesen Wandel aktiv unterstützen kann – zum Beispiel durch Nachhaltigkeitsstandards für die Kita- und Schulverpflegung und durch verstärkte Ernährungsbildung“, erklärt Julia Sievers, Sprecherin und Vorstandmitglied des Ernährungsrats.
Ein zentraler Schwerpunkt ist die Hamburger Ernährungsstrategie, die 2025 entwickelt wird. Der Ernährungsrat bringt hierzu konkrete Vorschläge ein, etwa zur Förderung regionaler Lebensmittel, zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung und zur Gestaltung einer „Essbaren Stadt“.
Mitmachen!
Der Ernährungsrat ist offen für alle, die sich in den Arbeitsgruppen engagieren möchten – von Ernährungsbildung über nachhaltige Landwirtschaft bis hin zur Außer-Haus-Verpflegung.
Kritischer Agrarbereicht
Unser Beitrag zum Kritischen Agrarbericht 2025
Im Fokus des Kritischen Agrarberichts 2025 steht das zentrale Thema „Wertschöpfung und Wertschätzung“ – ein Thema, das aktueller denn je ist. In unserem Artikel beleuchten wir anhand der Beispiele Kaffee und Milch, warum marktpolitische Maßnahmen für kostendeckende Erzeugerpreise nicht nur dringend notwendig, sondern auch umsetzbar sind.
Unser Beitrag zeigt auf, wie globale Handelsstrukturen und nationale Marktdynamiken dazu führen, dass Produzentinnen oft nicht das erhalten, was ihre Arbeit und Produkte tatsächlich wert sind. Wir argumentieren, dass faire Preise nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit, sondern auch der Nachhaltigkeit sind – für die Landwirtschaft, für Konsumentinnen und für die Umwelt.
Lest den Artikel von Julia Sievers (Agrar Koordination) und Berit Thomsen (Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft) und erfahrt, welche Schritte notwendig sind, um Wertschöpfung und Wertschätzung wieder in Einklang zu bringen.
Agroecology for Future
Positionspapier und Bericht zur Rolle von Agrarökologie in EU-Ernährungspolitik
Agrarökologische Produktionsmethoden haben in vielen Ländern des Globalen Südens eine lange Tradition. Für uns ist eine agrarökologische Landwirtschaft die Vision für eine zukunftsfähige Agrar- und Ernährungswende. Aber auch andere Organisationen sehen in der Agrarökologie die Zukunft: Deshalb gewinnt das Konzept als Alternative zur industriellen Landwirtschaft auch in Deutschland immer mehr an Bedeutung. Doch die Definitionen und das Verständnis davon, was Agrarökologie eigentlich meint und beinhaltet, variieren stark.
Deshalb haben wir in Zusammenarbeit mit der Christlichen Initiative Romero e.V. (CIR) ein Grundlagendokument erstellt, mit dem wir das Konzept der Agrarökologie umfassend erklären und so ein gemeinsames Verständnis von Agrarökologie entwickeln. Wichtig war uns dabei, dass die Definition den Ursprüngen der Agrarökologie in Sozial- und Umweltbewegungen des Globalen Südens gerecht wird. Basierend auf dem Bericht haben wir ein Positionspapier erarbeitet, das Forderungen an die EU beinhaltet, welche Maßnahmen in der Agrar- und Ernährungspolitik umgesetzt werden müssen, um das Potenzial der Agrarökologie für eine Transformation des globalen Ernährungssystems auszuschöpfen.
Downloads
Positionspapier "Agroecology for Future" (deutsche Fassung)
Policy Paper "Agroecology for Future (Englische Fassung)
Bericht "Agroecology for Future" - Bericht über das Konzept der Agrarökologie